Sie sind hier:  > patienten > krankheitsbilder > depression

Depression

Jeder Mensch ist Gefühlsschwankungen unterworfen. Ganz normale Reaktionen auf Enttäuschungen, Trennungen oder den Verlust eines geliebten Menschen sind beispielsweise Trauer, Mutlosigkeit und Niedergeschlagenheit. Im medizinischen Sinn spricht man hier jedoch noch nicht von einer Depression, sondern von einer gesunden psychischen Verarbeitung eines belastenden Erlebnisses. In der Regel dauert dies einige Tage, ein paar Wochen oder Monate. Wenn der Lebensschmerz nachlässt, hebt sich die Stimmung wieder.

Wenn die schlechte Stimmung nicht endet
Wenn dagegen die Niedergedrücktheit nicht mehr aufhört, der Lebenswille wie gelähmt erscheint, hat sich eine Depression entwickelt: Der Antrieb unterliegt einer bleiernen Hemmung, es herrscht tiefe innere Leere, die sich bis zur Todessehnsucht steigern kann. Die Konzentration lässt nach, ständige Grübeleien über negative Themen bestimmen das Denken. Manche Depressionen äußern sich hauptsächlich in körperlichen Beschwerden wie Kopf- und Magenschmerzen, Kloßgefühl im Hals etc. und sind deshalb besonders schwer zu diagnostizieren. Der Versuch, einen depressiven Menschen aufzuheitern, schlägt meist fehl.

Depression eine der häufigsten psychischen Erkrankungen
Fast jeder Fünfte – Frauen sogar noch öfter – muss damit rechnen, einmal im Leben von einer Depression betroffen zu sein. Sie ist so häufig und ihre Symptome sind so gravierend, dass sie nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation zu den Krankheiten zählt, die als größte Gefährdung für das Leben und die Gesundheit betrachtet werden.

Bipolare affektive Störung: Psychische Erkrankung mit zwei Seiten
Deprimiertheit und Antriebsschwäche können auch den „Minuspol“ einer psychischen Erkrankung darstellen. Der andere Pol dieser seelischen Störung ist die Manie, die noch schwieriger als Krankheit zu erkennen ist. Tatendrang, Euphorie, Risikobereitschaft und scheinbar unerschöpfliche Energie kennzeichnen sie. Manische Phasen sind geprägt von totaler Selbstüberschätzung, Größenideen und hektischen Aktivitäten, die aber nie zu Ende gebracht werden. Bei manchen Menschen wechseln sich beide Phasen ab: „Himmelhochjauchzend – zu Tode betrübt.“ Im Fachjargon spricht man von einer bipolaren affektiven Störung. Depressionen oder Manien, die häufig durch äußere Umstände ausgelöst werden, beruhen nach neueren Erkenntnissen auf einer Stoffwechselstörung im Gehirn. Bestimmte Botenstoffe im zentralen Nervensystem sind aus dem Gleichgewicht geraten. Dadurch verändert sich die Fähigkeit, Freude zu verspüren, negative Empfindungen wie Schuld- und verminderte Selbstwertgefühle werden übermächtig, der Schlafrhythmus ist gestört und das Denken verlässt die gewohnten Bahnen.

Umfangreiche Informationen für Betroffene und Angehörige finden sich auch auf den Internetseiten der bundesweiten Initiative "Kompetenznetz Depression":
http://www.kompetenznetz-depression.de

Wissenswertes zum Thema Depression laienverständlich erklärt

Wissenswertes zum Thema Burn-Out laienverständlich erklärt