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Angststörungen

Angst nicht als Schutz, sondern als Problem

Übertriebene Vorsicht kann sich zu einer Angst auswachsen, die nicht mehr dem eigenen Schutz dient, sondern zum Problem an sich wird. Betroffene erleiden Panikattacken aus heiterem Himmel, die in der Furcht gipfeln, sterben zu müssen. Infolgedessen  werden Situationen vermieden, in denen es schwierig wäre, einen Arzt zu erreichen. Die Betroffenen können nicht mehr einkaufen gehen oder den Fahrstuhl benutzen. Sie befürchten unter einer körperlichen Krankheit zu leiden, weshalb sie sich immer wieder medizinischen Untersuchungen unterziehen, die dann einen Normalbefund ergeben. Trotzdem empfinden sie ihre Angst als existentielle Bedrohung, die ihre Lebensqualität massiv beeinträchtigt.

Vor Schüchternheit krank – soziale Phobie
Auch krankhafte Schüchternheit zählt zu den Angsterkrankungen, die bereits in der Kindheit beginnt und mit der ständigen Furcht vor kritischer Beobachtung durch andere einhergeht. Sich zu einer Verabredung zu treffen oder mit dem Vorgesetzten zu sprechen, in der Öffentlichkeit zu essen oder sich in einer Auseinandersetzung zu behaupten, Situationen auszuhalten, in denen aller Augen auf einen gerichtet sind: Für die Betroffenen kann das unmöglich werden. Das Fehlen von befriedigenden Kontakten, berufliche Schwierigkeiten und nicht selten der Versuch, die Probleme mit Alkohol zu bekämpfen, treiben den Einzelnen immer mehr in die Isolation und machen eine entsprechende Behandlung unumgänglich.

Ängste sind therapeutisch gut behandelbar
Zunächst ist es wichtig, die Entstehungsbedingungen und die Faktoren zu analysieren, die für die Aufrechterhaltung krankhafter Angst verantwortlich sind. Häufig sind es belastende Situationen, die eine Angsterkrankung auslösen, weshalb eine psychotherapeutische Behandlung hilfreich sein kann. Allerdings genügt es nicht, sich mit den seelischen Hintergründen zu beschäftigen, vielmehr müssen auch die körperlichen Beschwerden in den Blick genommen werden, die den Betroffenen handlungsunfähig machen. So kann man durch ein Expositionstraining, in dessen Rahmen die angstbesetzten Situationen wieder bewältigt werden, lernen, dass Herzklopfen, Zittern und Schweißausbrüche am ehesten nachlassen, wenn man nicht davor wegläuft. Auch Medikamente können zur Linderung der Symptome beitragen. Dabei hat sich beispielsweise die Behandlung mit Antidepressiva als sehr wirksam erwiesen. Besondere Vorsicht ist im Umgang mit Beruhigungsmitteln geboten, da diese bei dauerhafter Einnahme süchtig machen können.

Formen der Angst
Angst ist nicht gleich Angst. Es gilt sehr genau zwischen den einzelnen Formen krankhafter Angst zu unterscheiden, um dann auch die passende Therapieform einsetzen zu können. So unterscheidet man heute unter anderem:

  • Normale Angst (Furcht) 
  • Angststörungen durch körperliche Leiden
  • Angststörungen durch seelische Störungen 
  • Generalisierte Angststörungen 
  • Panikattacken 
  • Agoraphobie 
  • Soziale Phobie 
  • spezifische Phobien

Gerade weil sich in der letzten Zeit neben den diagnostischen Methoden auch die Behandlungsmöglichkeiten verbessert haben, lohnt es sich, einen Arzt oder Psychotherapeuten seines Vertrauens aufzusuchen, um durch entsprechende Psycho-, Sozio- und Pharmakotherapie von einer quälenden Angsterkrankung befreit zu werden. Nur eine gemeinsame Zusammenarbeit von Arzt/Therapeut und Patient kann zur gewünschten Linderung führen.