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Weiteres Mahnmal soll an das Schicksal von 45 Patientinnen und Patienten erinnern

Vergangenes Jahr feierte das Günzburger Bezirkskrankenhaus (BKH) seinen 100. Geburtstag.  Zu diesem Anlass wurde im ehemaligen Rosengarten ein Mahnmal zum Gedenken der grauenhaften Ereignisse der „Euthanasie“ psychisch Kranker während der Zeit des Nationalsozialismus errichtet und eingeweiht. Es ist ein Geschenk des Bezirkes Schwaben. Thomas Düll, Vorstandsvorsitzender der Bezirkskliniken Schwaben, regte damals an, dass am BKH Günzburg eine Gedenkkultur etabliert werden soll. So fand nun am 5. Juli 2016 zum zweiten Mal eine Gedenkfeier am Euthanasie-Mahnmal statt. An diesem Tag deshalb, weil am 5. Juli 1940 die ersten Patienten von Günzburg aus in verschiedene Tötungsanstalten gebracht worden sind. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges waren es 394 Frauen und Männer, die von Günzburg aus deportiert und ermordet wurden.

Noch kurz vor Kriegsende sind viele Menschen auch in der Klinik selbst umgebracht worden: durch gezielte Mangelernährung, Vernachlässigung oder den Einsatz tödlicher Medikamente. Inzwischen sind die Namen von 45 Patientinnen und Patienten bekannt, die auf diese Weise ihr Leben verloren. Zu ihrem Gedenken wird in Kürze ein eigenes Mahnmal im ehemaligen Rosengarten vor Haus 50 errichtet werden, kündigte Leitender Ärztlicher Direktor Professor Thomas Becker bei der Feier an. Becker verlas mit bewegter Stimme die Namen der 45 Ermordeten. Für jeden von ihnen steckten Schülerinnen und Schüler der drei Berufsfachschulen des BKH sowie Mitarbeiter und Bewohner von „Wohnen und Fördern“ Rosen in zwei Vasen.

Einer dieser Menschen, der im August 1944  in Irsee – einer Außenstelle der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren – ermordet wurde, ist Ernst Lossa. Er war das, was die Nazis „unwertes Leben“ nannten. Bei der Gedenkfeier im BKH Günzburg wurde auch an das leidvolle Schicksal des Buben erinnert, der nur 15 Jahre alt werden durfte. Dazu las der Journalist und Autor Robert Domes aus seinem erfolgreichen Buch „Nebel im August“ vor. Domes hatte jahrelang recherchiert und dann daraus einen Roman aus der Sicht des Kindes und Jugendlichen Ernst Lossa verfasst – „eine Mischung aus Fakten und Fiktion“, wie der Autor im BKH-Festsaal erläuterte. Das Buch lieferte die Basis für einen Film, der im Herbst in die Kinos kommt und vorab den Bayerischen Filmpreis für die beste Regie erhalten hat.

Professor Bernhard Widder, ehemaliger Ärztlicher Direktor der Neurologie am BKH, umrahmte die Autorenlesung mit zwei Jazz-Stücken musikalisch.

Gelungener Messeauftritt von „Wohnen und Fördern“

Es war beeindruckend, wie viel geboten wurde. Knapp 90 Aussteller mit etwa 1000 Mitwirkenden machten den Schwabentag 2016 zu einem Tag der Begegnung. Die Veranstaltung in der Messe Augsburg stand ganz unter dem Motto „Inklusion leben – ein Fest für alle!“. Der Bezirk Schwaben als Organisator hatte erstmals ein soziales Thema gewählt. Mit dabei war der Bereich „Wohnen und Fördern“ der Bezirkskliniken Schwaben. 22 Mitarbeiter, Bewohner und Tagesstätten-Besucher hatten für Besucher und Interessierte, die zum 100 Quadratmeter großen Stand mitten in der Messehalle 7 kamen, zahlreiche Informationen parat: über die Tagesstätten mit „aktiver Werkstatt“ und Hochbeetbau, über ambulante Angebote – ambulant betreutes Wohnen (ABW) und betreutes Wohnen in Gastfamilien – über die Tagesstätten in Günzburg, Krumbach, Kaufbeuren und Füssen sowie über die Heime Günzburg, Kaufbeuren, Zusmarshausen und Buchloe.  Als Besuchermagnet stellten sich einmal mehr die beiden Therapie- bzw. Diensthunde Spike (ein Labrador) und Joy (französische Bulldogge) heraus.

Beim „Human Soccer Turnier“, das Arbeiterwohlfahrt und Diakonie Augsburg ausrichteten, traten sechs Mannschaften gegeneinander an. Das Team „Wohnen und Fördern“ belegte am Ende Platz drei und durfte aus den Händen von Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert einen kleinen Pokal entgegen nehmen. Sieger wurde die Diakonie. Reichert war vor allem beeindruckt von der Fröhlichkeit der Menschen mit Handicap, die an diesem Nachmittag in der Halle zu spüren war. Nach sechs Stunden ging für die Mitwirkenden ein anstrengender, aber schöner Tag zu Ende. Er war geprägt von zahlreichen Gesprächen, Informationen und der Botschaft, dass eine Behinderung nicht gleichzeitig bedeutet, nur eingeschränkt leistungsfähig zu sein. 

Beeindruckende und zugleich bedrückende Geschichte

Soll man ein 140-jähriges Bestehen feiern? Ist das etwas Besonderes? „Ja“ haben die Verantwortlichen der Bezirkskliniken Schwaben und des Bezirkskrankenhauses (BKH) Kaufbeuren gesagt und viele Gäste eingeladen. „140 Jahre zu bestehen, sich trotz Kriegszeiten, Hungersnöten, wirtschaftlichen Krisen und schwierigen Rahmenbedingungen zu behaupten und dabei immer wieder positive Akzente zu setzen, wie es unser Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren erfolgreich getan hat, ist überaus beachtlich – bei allem Schatten und Unheil, welche die Klinik zeitweise über ihre Patienten und die Region gebracht hat“, sagte der Vorstandsvorsitzender der Bezirkskliniken, Thomas Düll, vor mehr als 100 Anwesenden im Festsaal des BKH. Die „beeindruckende und zugleich bedrückende Geschichte dieser Klinik“ (Düll) stand im Mittelpunkt dieser zweieinhalbstündigen Feier.

Am 1. August 1876 wurde die damalige „Heil- und Pflegeanstalt“ eröffnet. Sie war damals die erste Klinik in Schwaben, die für die psychiatrische Versorgung konzipiert war. Die benachbarte Klosteranlage in Irsee war bekanntlich für einen anderen Zweck errichtet worden; dort erfolgte dann schon ab 1849 bis 1972 die Unterbringung von psychisch Kranken. Heute ist das BKH Kaufbeuren, das zwischenzeitlich „Nervenkrankenhaus“ hieß, der älteste Standort der Bezirkskliniken Schwaben. Die Einrichtung mit ihren Kliniken für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, für forensische Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Neurologie ist einer der größten Arbeitgeber der Region.  Zum Standort zählen auch die Bereiche „Wohnen und Fördern“ mit seinen Wohn- und Pflegeheimen, die Allgäu-Akademie als Bildungszentrum der Bezirkskliniken sowie die Berufsfachschule für Krankenpflege (seit 1922). „So bunt, wie wir als Unternehmen und Klinik mit all unseren Mitarbeitern, Patienten und Bewohnern sind, so vielfältig sind wir auch. In dieser Vielfalt liegt eine unserer größten Stärken“, sagte der Leitende Ärztliche Direktor Dr. Albert Putzhammer. Diese Vielfalt, so Putzhammer, gelte es zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Der Ärztliche Direktor beleuchtete die wechselvolle Geschichte des Krankenhauses. Dabei ging er ausführlich auf die Zeit des Nationalsozialismus ein – „die düsterste Zeit in der Geschichte unseres BKH“.  Im Rahmen der T4-Vernichtungsaktion holten die berüchtigten „grauen Busse“ knapp 700 Menschen aus der „Kaufbeurer Anstalt“ ab, um sie in ein Vernichtungslager zu bringen. Dort wurden sie getötet. „Damit hatte das Morden aber kein Ende – es ging in den Anstalten selbst weiter“, fuhr Putzhammer fort. Später starben etwa 2000 Patienten in Kaufbeuren und Irsee infolge medizinischer Versuche, Entzugs- und Hungerkost sowie durch aktive Tötung mithilfe von Gift und Medikamenten. Der Klinik sei es seit vielen Jahren ein Anliegen, immer wieder an diese schreckliche Zeit zu erinnern, zu mahnen, und diese Erinnerungskultur aufrecht zu halten. Einen maßgeblichen Anteil an dieser Aufarbeitung hat Prof. Dr. Michael von Cranach, ehemaliger Leitender Ärztlicher Direktor des BKH (1980 bis 2006).

Auch Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert lobte das BKH dafür, in welcher Form es zur Aufarbeitung der „schrecklichen Zeit der Euthanasie“ beigetragen hat und dass die Mitarbeiter heute in medizinischer wie menschlicher Sicht als gutes Beispiel vorangehen. „Es hat lange gedauert, nämlich bis in die 80er Jahre, um die Geschichte nach Kriegsende aufzuarbeiten. Doch wir lassen nicht nach, weiter zu forschen“, versprach der Verwaltungsratsvorsitzende der Bezirkskliniken Schwaben. Er habe großen Respekt vor der Arbeit der Beschäftigten der Klinik und des Managements, sagte Reichert. Die Bezirkskliniken mit ihren sieben Standorten verfügten über eine gesunde Struktur und stünden finanziell auf sicherem Boden. „Das BKH Kaufbeuren ist eine alte Klinik, die jung geblieben ist“, stellte Reichert fest.

Um das Verhältnis zwischen der Stadt und dem BKH zu beschreiben, zeichnete Oberbürgermeister Stefan Bosse das Bild einer „Symbiose zum Wohle beider Partner“. Kaufbeuren habe der Klinik damals großzügig Flächen überlassen mit dem Ziel, „die Einrichtung autark zu stellen“. Erst vor wenigen Jahren sei beispielsweise die autonome Wasserversorgung aufgelöst und das BKH an die städtische Wasserversorgung angekoppelt worden. Die neurologische Abteilung, integriert in das Allgemeinkrankenhaus, die Finanzhochschule in den ehemaligen Räumen der Neurologie am Kaiserweiher, umfangreiche Lieferverträge sowie die örtliche Feuerwehr, „die hier ständig zu Gast ist“: Es gibt laut Bosse viele Beziehungen zwischen Klinik und Kommune. „Viele Patienten gehören zu dieser Stadt: Alles in allem sind das Belege für ein gutes Miteinander“, meinte der OB, der zugleich Verwaltungsrat der Bezirkskliniken ist.

Professor Dr. Norbert Müller, ehemaliger stellvertretender Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians-Universität München, beleuchtete in seinem Festvortrag die „Geschichte der Psychiatrie“. Direktor Putzhammer vertiefte dies anschließend am Beispiel Kaufbeurens. Er berichtete, dass am 2. August 1876 – dem Tag nach der Eröffnung - der erste Patient ins BKH kam: Es war Friedrich Gloggengießer aus Lindau. Er blieb dort bis zu seinem Tod 1930. Seine Originalakte wurde bei der Feier in einer der Vitrinen ausgestellt, die im Festsaal aufgebaut waren. Der ehemalige Verwaltungsleiter Erich Resch und Direktionsassistentin Roswitha Warholak hatten die Vitrinen und mehrere informative Stellwände mit zahlreichen Fotos von der Klinik konzipiert.

Das Versorgungsgebiet des BKH Kaufbeuren, so Dr. Putzhammer, war lange Zeit sehr groß. Um die wohnortnahe Versorgung von Menschen mit seelischen Störungen zu verbessern, wurden in Schwaben nach und nach psychiatrische Kliniken gegründet: 1985 Kempten, 1989 Augsburg, 1995 Memmingen und 1998 Lindau. Zuvor war 1981 in Kaufbeuren die psychiatrische Institutsambulanz (PIA) ins Leben gerufen worden – als eine der ersten in Deutschland.

Der Bedarf an tagesklinischer Behandlung und Betreuung sei stark gestiegen, berichtete der Ärztliche Direktor. „Wir können die Nachfrage gar nicht bewältigen.“ Da die Klinik die Menschen vor Ort versorgen will und muss, dürfe man die Frage stellen: Könnte man weitere Tageskliniken gründen?  Was das BKH selbst betrifft, so stehe die Frage nach der Generalsanierung im Raum, so Putzhammer. Die größte Herausforderung jedoch sei die Gewinnung von jungen Mitarbeitern. „Außerdem müssen wir unsere bestehenden Mitarbeiter bei uns halten, indem wir ihnen mit Respekt und Offenheit begegnen.“ Auch der verstärkten Aus- und Weiterbildung wolle man sich widmen, sagte Putzhammer.
       
Vorstandsvorsitzender Düll beleuchtete die interessante Architektur des BKH. Alles sei symmetrisch und feudal geplant worden. Er betonte, dass die knapp 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Kaufbeuren „die Seele und das Herz in diesen Gemäuern“ seien. So groß, wie beim 100-jährigen Bestehen vergangenes Jahr in Günzburg, habe man in Kaufbeuren zum 140-Jährigen nicht einsteigen wollen. „Dies werden wir aber in zehn Jahren tun. Da werden wir es richtig krachen lassen“, versprach Düll.

Herzzerreißende Bilder aus der Kindersprechstunde

Über die Kindersprechstunde am Bezirkskrankenhaus (BKH) Augsburg wird seit Wochen in regionalen und überregionalen Medien berichtet. Anlass ist eine Wanderausstellung, die im Rahmen einer Kampagne des Bayerischen Gesundheitsministeriums zur psychischen Gesundheit durch Bayern touren wird. Die Ausstellung trägt den Titel „KinderSprechStunde“ und lässt die Kinder psychisch erkrankter Mütter oder Väter zu Wort kommen. Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml hat die Aktion im Mai im Rokokosaal der Regierung von Schwaben vorgestellt.

Kinder psychisch kranker Eltern sind einem vielfach höheren Risiko ausgesetzt, selbst eine seelische Störung zu entwickeln. „In Kenntnis dieser Problematik haben wir uns im Jahr 2007 am BKH Augsburg dazu entschlossen, in Kooperation mit der St.-Gregor-Jugendhilfe die Augsburger Kindersprechstunde im Bezirkskrankenhaus aufzubauen, um Hilfen, Beratung und Informationen für Kinder psychisch kranker Eltern anzubieten“, blickt Prof. Dr. Max Schmauß, Ärztlicher Direktor des BKH Augsburg, zurück. Diplom-Sozialpädagogin (FH) Sabine Kühnel vom BKH und Diplom-Psychologin Livia Koller von der St.-Gregor-Jugendhilfe haben sich seither außerordentlich für dieses Projekt und diese Arbeit engagiert und verschiedene Hilfsbereiche für die betroffenen Mädchen und Buben aufgebaut. Im Juni 2015 durften sie gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Bezirkskliniken Schwaben, Thomas Düll, in München den Bayerischen Präventionspreis des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in der Kategorie „Förderung gesundheitlicher Chancengleichheit“ entgegennehmen.

Schon bei der Preisverleihung vor einem Jahr wurden Bilder gezeigt, die von betroffenen Kindern und Jugendlichen stammen, die ihren Alltag gezeichnet haben. Die Mädchen und Buben erzählen in Bildern und Texten von ihren Ängsten, Hoffnungen und Sorgen. Die Exponate der Ausstellung entstanden im Rahmen der Kindersprechstunde im BKH Augsburg. Da sitzt eine Mutter traurig und teilnahmslos in der Ecke. Grau und trist – so hat ein zehnjähriges Mädchen seinen Alltag gezeichnet. In einem anderen Bild sieht man die Krankheit als Monster – alles schwarz-weiß gemalt. „Ich mach mir Sorgen um Mama, aber sie hört ja nicht auf mich, wenn ich sage, dass sie nicht so viel trinken soll“, erzählt die 14-jährige Bernadette und beschreibt so ihr Bild, das sie über sich, ihre Mutter und deren Alkoholkrankheit gemalt hat.  

Mit Begriffen wie Depressionen oder bipolaren Störungen, bei denen die Eltern zum Beispiel unter Verfolgungswahn leiden, können Kinder nichts anfangen. Aber sie spüren, dass ihr Alltag durch die Krankheit aus den Fugen gerät, die kranke Mutter oder der kranke Vater im schlimmsten Fall sogar Selbstmord verübt. Dafür fühlen sie sich zum Teil verantwortlich. Deshalb müsse bei der Behandlung psychisch kranker Eltern nicht nur die Ursache gesucht und behandelt, sondern es müssten auch die Folgen für die Kinder bedacht werden, sind sich die Experten einig.

Ministerin Huml sagte bei der Präsentation der Ausstellung in Augsburg: „Psychische Erkrankungen dürfen kein Tabu sein, über das nicht gesprochen wird. Denn den Betroffenen muss so früh wie möglich geholfen werden. Deshalb soll die Kampagne einen offeneren Umgang mit dem Thema fördern. Mein Ziel ist es, sowohl Eltern und andere Verwandte als auch Lehrer und Gleichaltrige für dieses Thema zu sensibilisieren.“ 

Gemeinsam mit zahlreichen Partnern aus dem Gesundheits- und Sozialwesen, der Jugendhilfe, dem Bildungsbereich, der Politik und dem Sport wird bayernweit eine Vielzahl von regionalen Veranstaltungen stattfinden. Höhepunkt ist eine Aktionswoche vom 18. bis zum 23. Juli. Im Herbst geht es dann vor allem um Depressionen bei Erwachsenen. 

Info Die Ausstellung „KinderSprechStunde“ wird vom 29.08. bis 06.09.2016 im Augsburger Rathaus zu sehen sein.

Bilder: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege


Firmenlauf: Mitarbeiter der Bezirkskliniken trotzen dem starken Regen

Der Augsburger Firmenlauf 2016 war nichts für „Weicheier“.  Pünktlich zum Start öffnete der Himmel an diesem Tag noch einmal seine Schleusen und verwandelte die 6,3 Kilometer lange Rundstrecke beim Messegelände in ein Pfützenmeer. Trotzdem machten sich am 12. Mai um 19 Uhr fast 8300 Läufer, Jogger und Walker auf den Weg. Angemeldet hatten sich insgesamt 10 000 Sportler für Schwabens größte Veranstaltung im Breitensport. Unter ihnen waren auch 26 Läuferinnen und Läufer der Bezirkskliniken Schwaben.

„Ein Hoch auf alle tapferen Läufer, die bei dem Wetter den Mut hatten zu laufen!“, stellte Teamcaptain Renate Fliege lobend fest. Sie selbst ging mit gutem Beispiel voran und präsentierte sich wie ihre Mitstreiter als „wetterfeste“ Läuferin.

Leider konnten die Bezirkskliniken Schwaben nur zwei Teams auswerten, da bei den anderen Teams einzelne Läufer fehlten. Das Team „Die Namenlosen“ aus der Berufsfachschule für Logopädie mit Bianca Stoll, Nadja Feige, Naomi Nlome und Helena Lachenmair haben in der Teamplatzierung „Damen“ mit einer Gesamtzeit von 2:43:10,1 Platz 94 erreicht. Das Team „DAB“ aus dem Bezirkskrankenhaus (BKH) Augsburg in der Besetzung Maria Wiesner, Eva Roessner, Francette Schwendner und Hans Ruf kamen in der Teamplatzierung „Mixed“ mit einer Gesamtzeit von 2:43:40,6 auf Platz 467.

Unsere schnellste Läuferin war diesmal Melanie Neuner aus der Logopädieschule. Mit 35:45,5 landete sie bei den Damen auf Platz 793. „Zum 2. Platz der Damen können wir Lydia Jungbauer aus dem BKH mit einer Zeit von 35:50,3 und zum 3. Platz Francette Schwendner aus dem BKH mit einer Zeit von 37:04,4 gratulieren“, so Renate Fliege.

Bei den Männern war Martin Zink von der Bezirksbau- und Service-GmbH mit einer Zeit von 29:12,0 der schnellste Läufer. Platz 2 erreichte Georg Schalk von der Unternehmensleitung mit 31:05,0, Platz 3 Helmut Wiesner vom BKH mit 33:34,0.

Professor Becker feiert in gemütlicher Runde seinen 60.

In einer kleinen, aber feinen und gemütlichen Runde hat Professor Thomas Becker mit Kolleginnen und Kollegen seinen 60. Geburtstag gefeiert. Im Hörsaal würdigte der Vorstandsvorsitzende der Bezirkskliniken Schwaben, Thomas Düll, die Leistungen des Leitenden Ärztlichen Direktors des Bezirkskrankenhauses (BKH) Günzburg und ging auf dessen Lebenslauf ein. Becker kam im Dezember 2002 als Nachfolger von Professor Schüttler nach Günzburg. Seitdem leitet der gebürtige Stuttgarter die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am BKH Günzburg, welche zugleich als Abteilung Psychiatrie II der Universität Ulm fungiert. Fünf Jahre später wurde Becker Nachfolger von Professor Widder als Leitender Ärztlicher Direktor am BKH Günzburg. Düll hob hervor, dass Becker seit Januar 2008  Sprecher des Medical Boards der Bezirkskliniken Schwaben ist und damit eine wichtige Rolle im Gesamtunternehmen einnehme.  Es sei mit sein Verdienst, dass es gelungen ist, die Krankenversorgung in Günzburg zu einer menschlichen Psychiatrie, die sich zeitgemäßen Grundsätzen verpflichtet sieht, weiterzuentwickeln, so Düll. Mit Blick auf Beckers zahlreiche Tätigkeiten und Funktionen meinte der Vorstandsvorsitzenden mit einem Augenzwinkern: „Der Tag unseres Jung-60ers scheint mehr als 24 Stunden zu haben.“  Düll wünschte dem Jubilar, der für seine wissenschaftliche Arbeit mehrere Preise bekam und seit Dezember 2015 eine W3-Professur mit Leitung innehat, „Durchhaltevermögen im beruflichen Endspurt“ angesichts der vielen anstehenden Aufgaben (z.B. Neubau der psychiatrischen Klinik).

Vorstandsvorsitzender Düll, Prof. Christian Rainer Wirtz (Chefarzt Neurochirurgie und stellvertretender Leitender Ärztlicher Direktor des BKH) und der Leiter des Dienstleistungs- und Logistikzentrums (DLZ), Wilhelm Wilhelm, überreichten Professor Becker Geschenke. Fleißige Mitarbeiter der BKH-Küche verwöhnten die Gäste anschließend mit einem leckeren Menü.

Großartige Werke von Menschen, die als Außenseiter galten

Es ist Kunst, die aus der Randnische hervorgeholt wurde. Kunst von Menschen mit intellektueller Behinderung, Grenzgängern, gesellschaftlich unangepassten Frauen und Männern, Sonderlingen und Autodidakten mit künstlerischem Potenzial. Es ist Kunst, die berührt, nachdenklich macht, fasziniert. Werke von hohem gestalterischem Niveau. Zu sehen sind die Arbeiten in einer großartigen Ausstellung im Kunsthaus Kaufbeuren noch bis 21. Februar. Ihr Titel: „Kunst und Stigma – Grenzgänger zwischen Zwang und Freiheit“.

Kurator der Ausstellung ist Jan T. Wilms, der seit Mai 2015 der Leiter des Kunsthauses ist. Er hat 88 Exponate von 14 Künstlern zusammengestellt, die den Bogen vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart spannen. Es ist eine thematische Werkschau, die erstmals in der Region Kunst von Außenseitern, auch „Art Brut“ genannt, zeigt. Der Begriff „Art Brut“ stammt aus dem Französischen und heißt so viel wie „unverbildete, rohe Kunst“.  Er gilt als Sammelbegriff für Kunst von Menschen mit Psychiatrieerfahrung, eben jenen Grenzgängern, Sonderlingen und Autodidakten.

Der Fokus liegt auf der künstlerischen Produktion der vergangenen drei Jahrzehnte aus dem Kontext des Bezirkskrankenhauses (BKH) Kaufbeuren. Als 1985 dort das erste kunsttherapeutische Atelier (Kunstatelier) an einer psychiatrischen Klinik in Bayern eröffnet wurde, war dies noch eine Besonderheit. „Inzwischen ist die Kunsttherapie als fester Bestandteil der therapeutischen Angebote in allen unseren Kliniken integriert“, sagt Thomas Düll, der Vorstandsvorsitzende der Bezirkskliniken Schwaben. Die Bezirkskliniken haben die Schau inhaltlich und finanziell tatkräftig unterstützt. 

Die Ausstellung im Kunsthaus Kaufbeuren vereint Werke bekannter Protagonisten der Außenseiterkunst wie Wolfgang Hueber und Dietrich Orth, die Einzug in den Kunstbetrieb hielten und deren Schaffen weltweit in Museen und Galerien ausgestellt werden, mit dem Schaffen kaum bekannter Künstler. Dazu gehören Laurie Berner und Simone Stingele, die als wahre Neuentdeckungen gelten dürfen. Deren Werke werden nun erstmals einem breiten Publikum vorgestellt. „Der lokale Bezug ist uns wichtig. Erstmals sind einige Werke dorthin zurückgekommen, wo sie entstanden sind“, sagt Wilms.  

40 bedeutende Leihgaben aus der historischen Sammlung Prinzhorn (Heidelberg) ergänzen das Spektrum. Dabei handelt es sich um eine der umfangreichsten und qualitätsvollsten Sammlungen zur Kunst von Außenseitern weltweit. „Das Thema kommt sehr gut an. Die meisten Besucher sind begeistert“, stellt der Kurator erfreut fest.

Fünf der acht Künstler, deren Werke aus der Sammlung Prinzhorn derzeit in Kaufbeuren zu sehen sind, wurden vom nationalsozialistischen Terrorregime im Dritten Dreich umgebracht. Ein Momentum, das die Brücke schlägt zu der im benachbarten Stadtmuseum parallel gezeigten Ausstellung „In Memoriam“, die sich mit den Euthanasieprogrammen des Nationalsozialismus auseinandersetzt. Dabei geht es auch um die Schicksale vieler Opfer aus der Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren und deren Nebenstelle Irsee.  

Die Ausstellung „Kunst und Stigma – Grenzgänger zwischen Zwang und Freiheit“ ist noch bis 21. Februar jeweils von Dienstag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr, und am Donnerstag von 10 bis 20 Uhr im Kunsthaus Kaufbeuren zu sehen.

Die Ausstellung „In Memoriam. Euthanasie im Nationalsozialismus“ kann ebenfalls noch bis 21. Februar im benachbarten Stadtmuseum Kaufbeuren besichtigt werden.

Ein Saal voller geballter Erfahrung

Der Bezirk Schwaben hat im Kloster Irsee (Kreis Ostallgäu) 111 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geehrt. Sie feierten 2015 entweder 25- oder 40-jährige Betriebszugehörigkeit oder wurden in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Die meisten von ihnen arbeiten in den Bezirkskrankenhäusern oder in anderen Einrichtungen der Bezirkskliniken Schwaben.

Die traditionelle Jubilarehrung im Dezember in Irsee sei einer der Höhepunkte des gesamten Jahres für den Bezirk, sagte Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert. „Es ist ein Fest, wo sich geballte Erfahrung und Kompetenz trifft.“ Zwölf Jahre sei er inzwischen im Amt, 17 Jahre Mitglied des Bezirkstages. „Die Bezirke standen noch nie so stabil da wie jetzt“, stellte Reichert fest. „Auch dank der Qualität Ihrer Arbeit“, ergänzte er. Er dankte den Jubilaren für ihr Engagement und ihre Treue. Mit den Ruheständlern gehe ein Stück Erfahrung und Wissen mit. Reichert: „Das ist nicht mehr so einfach. Der Wettbewerb ist da – auch im öffentlichen Dienst.“

Einen großen Teil seiner Rede widmete der Bezirkstagspräsident und Verwaltungsratsvorsitzende der Bezirkskliniken dem Thema „Flüchtlinge“. Es sei inzwischen angekommen in der Erwachsenenpsychiatrie und stark angekommen in der Wiedereingliederungshilfe. Das Thema „Flüchtlinge“, so Reichert, werde jetzt und in den nächsten Jahren Teil der Bezirksaufgaben sein.  

Wolfgang Heinlein, Gesamtpersonalratsvorsitzender der Bezirkskliniken, hatte im Vorfeld der Jubilarehrung gerechnet: Zusammengezählt bringen es die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zur Jubilarehrung eingeladen wurden, auf fast 4300 Jahre Betriebszugehörigkeit. Spitzenreiter ist Ursula Lederle (BKH Kaufbeuren), die nach 47-jähriger Tätigkeit in den Ruhestand geht, gefolgt von Margot Gall (BKH Günzburg) und Helmut Penz (BKH Kaufbeuren) mit je 46 Jahren. „So viele langjährige Mitarbeiter, wie wir sie heute hier haben, sind in der heutigen Arbeitswelt nicht mehr selbstverständlich“, stellte Heinlein fest.

Brigitte Meisinger, Vorsitzende des Gesamtpersonalrats für die Bezirksverwaltung sowie das Tagungs- und Bildungszentrum Irsee, gratulierte den Geehrten und wünschte den Ausgeschiedenen (Pension/Rente/Altersteilzeit) viel Glück in ihrem neuen Lebensabschnitt. Es seien Mitarbeiter, denen Worte wie Beständigkeit, Treue und Ausdauer wichtig sind, so Meisinger. „Auf Ihre Leistungen können Sie stolz sein.“

Zahlreiche Gäste waren nach Irsee gekommen, um den Jubilaren und künftigen Ruheständlern ihre Wertschätzung auszudrücken. Unter ihnen Thomas Düll, Vorstandsvorsitzender der Bezirkskliniken Schwaben, der Direktor der Bezirksverwaltung, Dr. Georg Bruckmeir, die Personalchefs der Kliniken und des Bezirks, Kurt Ertl und Manfred Brehm, sowie Vertreter der örtlichen Krankenhausleitungen und der Personalräte.  

Ehrungen

BKH Günzburg

40 Jahre:
Birgitt Dehmel (Krankenschwester)
Karl Ehnle (Krankenpfleger)
Illone Feil (Verwaltungsangestellte)
Renate Heinle (Krankenschwester)
Gerlinde Hummel (Krankenschwester)
Gudrun Kohler (Krankenschwester)
Reiner Muskietorz (Krankenpfleger)
Elisabeth Ochtinger (Lehrkraft; jetzt in Rente)

25 Jahre:
Melanie Dexle (Verwaltungsangestellte)
Sandra Friedemann-König (Krankenpflegehelferin)
Gabriele Gehring (Hausarbeiterin; jetzt in Rente)
Andrea Götz-Groszeibl (Krankenschwester)
Rosina Grob (Krankenschwester)
Hannelore Heiss-Kimm (Assistenzärztin)
Nebahat Karahan (Krankenschwester)
Akos Keintzel (Krankenpfleger)
Antje Kraus (Krankenschwester)
Ilona Merk (Hausarbeiterin)
Martina Nieswandt (Krankenschwester)
Ruth Rindle (Krankenschwester)
Christine Schmid (Krankenschwester)
Annette Sendler (Krankenschwester)
Sylvia Stix (Krankenschwester)
Heike Vietz (Krankenschwester)
Rainer Vollmer (Schulleiter)

In den Ruhestand verabschiedet wurden:
Anneliese Baur (Krankenschwester)
Prof. Karl Bechter (Chefarzt)
Manfred Czekalla (Amtsinspektor)
Margot Gall (Krankenschwester)
Dr. Reinhard Kimm (Oberarzt)
Isolde Stampfer (Hausarbeiterin)
Elisabeth Vieweg (Hausarbeiterin)
Gertraud Weißmann (Pflegehelferin)

Dienstleistungs- und Logistikzentrum Günzburg

25 Jahre:
Manfred Imminger (Elektrofacharbeiter)
Eveline Körbl (Küchengehilfin)

In den Ruhestand verabschiedet wurden:
Anton Briegel (Hofarbeiter)
Genovefa Herzog (Küchengehilfin)
Anton Walz (Kraftfahrer)

Wohnen und Fördern Günzburg

40 Jahre:
Winfried Spengler (Krankenpfleger)

In den Ruhestand verabschiedet wurden:
Waltraud Müller (Wohnbereichsassistentin)
Otto Volk (Krankenpfleger)

BKH Kaufbeuren

40 Jahre:
Jürgen Bergmann (Gesundheits- und Krankenpfleger)
Wilhelm Egger (Verwaltungsrat)
Ludwig Heberle (Gesundheits- und Krankenpfleger)
Walter Kober (Gesundheits- und Krankenpfleger)

25 Jahre:
Marion Bachthaler (Altenpflegerin)
Sabine Berkmüller (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
Salvatore Cordella (Maurer)
Petra Ganz-Sacher (Verwaltungsangestellte)
Martin Hausmann (Verwaltungsangestellter)
Jürgen Kestenus (Gesundheits- und Krankenpfleger)
Margot Klafsky (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
Barbara Kleinheinz (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
Gerlinde Knoblich (Küchenhilfe)
Norbert Ormanns (Ärztlicher Direktor)
Christine Pöschl (Verwaltungsangestellte)
Barbara Posselt (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
Oliver Schmid (Gesundheits- und Krankenpfleger)
Ulrike Steidl (Verwaltungsangestellte)
Conny Wagner (Köchin)

In den Ruhestand verabschiedet wurden:
Sonja Ellenrieder (Stationshilfe)
Otto Hager (Gesundheits- und Krankenpfleger)
Sieglinde Kees (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
Helmut Penz (Gesundheits- und Krankenpfleger)
Sabine Raschke (Krankenpflegehelferin)

Wohnen und Fördern Kaufbeuren

40 Jahre:
Karin Kraus (Gesundheits- und Krankenpflegerin)

25 Jahre:
Evelyn Marina Buchenberg (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
Monika Gold (Altenpflegerin)
Anette Joachimmeyer (Pflegehilfskraft)
Sidonie Peter (Sozialpädagogin)

In den Ruhestand verabschiedet wurden:
Ursula Lederle (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
Erika Seiler (Altenpflegerin)

BKH Kempten

25 Jahre:
Rita Hauber (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
Eva Kaufmann (Gesundheits- und Krankenpflegerin)

Tagesklinik Lindau

25 Jahre:
Claudia Besel (Gesundheits- und Krankenpflegerin)

BKH Augsburg

40 Jahre:
Gudrun Breitruck (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
Hannelore Micheler (Gesundheits- und Krankenpflegerin)

25 Jahre:
Michael Baptist (Gesundheits- und Krankenpfleger)
Monika Hiemer (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
Renate Klein (Ergotherapeutin)
Karin Kolb (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
Alexander Lang (Gesundheits- und Krankenpfleger)
Georg Oppermann (Pflegedirektor)
Eva Rößner (Krankenschwester für Psychiatrie)
Elisabeth Schmid (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
Gerhard Wimmer (Diplom-Sozialpädagoge)

In den Ruhestand verabschiedet wurden:
Marianne Eisele (Gesundheits- und Krankenpflegerin; Altersteilzeit-Freistellungsphase)
Roswitha Erades (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
Brigitte Federwisch (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
Johanna Gilg (Stationshilfe)
Margitta Schlufter (Verwaltungsangestellte)
Rotraud Ströbl (Verwaltungsangestellte)
Edeltraud Thiel (Stationshilfe)

Wohnen und Fördern Zusmarshausen

In Altersteilzeit (Freistellungsphase):
Berta Seitel (Wohnbereichsassistentin)

Unternehmensleitung

40 Jahre:
Kurt Ertl (Verwaltungsamtsrat)
25 Jahre:
Sabine Schuster (Verwaltungsangestellte)

Bezirksverwaltung Augsburg

40 Jahre:
Brigitte Ebner (Verwaltungsrätin)
Petra Forster (Verwaltungsangestellte)

25 Jahre:
Sabine Eiglmeier (Verwaltungsangestellte)
Matthias Heinzel (Verwaltungsangestellter)
Brigitte Meisinger (Verwaltungsangestellte)
Maria Moisel (Verwaltungsangestellte)
Andreas Schack (Verwaltungsangestellter)

In den Ruhestand verabschiedet wurden:
Helga Gremes (Regierungsangestellte)
Gabriele Gröb (Verwaltungsangestellte; Altersteilzeit-Freistellungsphase)
Helmut Kneißl (Kassen- und Aufsichtskraft)
Johanna Lamp (Kassen- und Aufsichtskraft)
Heinz Liebert (Bezirkskämmerer)
Ursula Müller (Verwaltungsangestellte)
Volker Schallo (Verwaltungsamtmann)
Heinrich Wolf (Kassen- und Aufsichtskraft)

Jubilare der Bezirksverwaltung
Jubilare der Unternehmensleitung
Jubilare des Bezirkskrankenhauses Augsburg
Jubilare des Standortes Günzburg (Bezirkskrankenhaus/Wohnen und Fördern/Dienstleitungs- und Logistikzentrum)
Jubilare des Standortes Kaufbeuren (Bezirkskrankenhaus/Wohnen und Fördern)
Jubilare des Bezirkskrankenhauses Kempten und der Tagesklinik Lindau
Jubilarin Wohnen und Fördern Zusmarshausen

BKH Günzburg: Beim politischen Festakt zum Abschluss des Jubiläumsjahres gibt es viel Lob

Mit einem Festakt hat das Bezirkskrankenhaus (BKH) Günzburg sein Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen abgerundet. Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml sagte, die Klinik  nehme eine herausragende Rolle bei der Versorgung psychisch kranker Menschen ein. Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, zugleich Verwaltungsratsvorsitzender der Bezirkskliniken Schwaben, unterstrich die innovative, professionelle Arbeit der 1500 Beschäftigten des BKH zum Wohle der Menschen in der Region.

Das BKH Günzburg ist das größte Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Schwaben. Es hat insgesamt 442 Betten und vereint alle neurowissenschaftlichen Disziplinen auf einem Gelände. Die Klinik für Neurochirurgie mit ihren 52 Betten gehört zu den größten neurochirurgischen Kliniken in Bayern. Jährlich werden dort etwa 2000 Patientinnen und Patienten operiert. „Von diesem hervorragenden Versorgungsangebot profitieren auch Patienten in anderen Krankenhäusern“, so Ministerin Huml.

Ähnliches gelte für Schlaganfall-Patienten. In der neurologischen Fachklinik des BKH besteht ein überregionales Schlaganfallzentrum mit eigener Frührehabilitation. Diese Spezialstation, eine zertifizierte Stroke Unit, ist Teil eines Netzes von 20 derartigen Einrichtungen in Bayern. Das BKH Günzburg ist daneben mit dem Klinikum Großhadern und dem Klinikum Ingolstadt eines der drei Zentren des telemedizinischen Schlaganfallnetzwerkes NEVAS, das für die Region Südwestbayerns errichtet wurde. Huml: „Durch die telemedizinische Vernetzung ist auch in dieser Region an derzeit 14 Kliniken eine flächendeckende, hochqualifizierte Schlaganfallversorgung auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand möglich geworden.“ 

Der Freistaat habe dem Bezirk Schwaben und seinen Bezirkskliniken seit 1980 insgesamt 270 Millionen Euro für Bauvorhaben bereitgestellt. „Und wir machen gerne weiter“, sagte Melanie Huml vor dem Hintergrund des geplanten Neubaus der Psychiatrie und Psychosomatik plus Radiologiezentrum am BKH Günzburg.

Bezirkstagspräsident Reichert ist froh über den Startschuss für den Neubau der Psychiatrie am Standort. Menschen würden auch 100 Jahre alt, seien aber oft nicht mehr so fit. „Die Klinik in Günzburg ist total fit“, meinte Reichert. Sie sei gut ausgestattet, ins Gesellschaftssystem eingebettet und erfolgreich in der medizinischen und ökonomischen Qualität. „Der Bürger ist hier gut aufgehoben“.  Der länderübergreifende Staatsvertrag zwischen der Uni Ulm (Baden-Württemberg) und dem BKH Günzburg (Bayern), der 1977 geschlossen wurde, habe den Weg bereitet, dass im Raum Günzburg eine „optimale Versorgungsstruktur mit exzellenter Medizin auf dem Lande“ entstanden sei, sagte Reichert.

Thomas Düll, Vorstandsvorsitzender der Bezirkskliniken Schwaben, zitierte aus Zeitungsberichten aus dem Gründungsjahr und verdeutlichte damit, wie schwer die Anfangszeit gewesen ist. Damals herrschte Krieg, so Düll. Seither gebe es eine stetige Fortentwicklung hin zu einem modernen, humanen Grundsätzen verpflichteten Bezirkskrankenhaus mit allen neuro-wissenschaftlichen und psychiatrisch-psychotherapeutischen Fachdisziplinen sowie vielen weiteren Funktionsbereichen. „Unser Gesundheitsunternehmen weist ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland auf: Jede unserer psychiatrischen Kliniken befindet sich inzwischen innerhalb im oder in direkter Nachbarschaft zu einem Allgemeinkrankenhaus“, sagte Düll. Mit dieser integrativen Psychiatrie seien somatische und psychiatrische Medizin zusammengerückt, was viele Vorteile für Patienten, Angehörige und Behandler aller Kliniken habe. Damit leiste der Krankenhausträger einen wichtigen Beitrag zum Abbau von Ängsten und Vorurteilen in der Gesellschaft.    

Leitender Ärztlicher Direktor Professor Thomas Becker blickte auf die Geschichte des BKH Günzburg zurück.  Sie begann am 2. September 1915 als „Heil- und Pflegeanstalt“ mit zwölf Patienten. Während der Zeit des Nationalsozialismus seien hier 350 psychisch kranke Menschen zwangssterilisiert sowie 394 Menschen aus Günzburg in Tötungsanstalten verlegt und ermordet worden. Das dunkelste Kapitel in der Geschichte der Klinik, das im Festjahr würdevoll in Erinnerung und Aufarbeitung gebracht wurde.  Heute, so Becker, konzentriert sich das BKH als einziges Fachkrankenhaus Deutschlands ausschließlich und in vollem Umfang auf Diagnostik, Behandlung und Integration von Patienten mit sämtlichen Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems. „Diese besondere Konzentration auf Seele und Gehirn an diesem Standort wird gestärkt durch die universitäre Ausrichtung des Krankenhauses“, betonte der Ärztliche Direktor.

Tag der Ausbildung feiert Premiere

Welche Fächer werden hier unterrichtet? In welchen Kliniken werden die Schüler in der praktischen Ausbildung eingesetzt? Wie steht es mit den Berufsaussichten? Diese und viele weitere Fragen wurden beim ersten gemeinsamen Tag der Ausbildung der drei Berufsfachschulen des Bezirkskrankenhauses (BKH) Günzburg beantwortet. Derzeitige und ehemalige Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte hatten mit großem Aufwand Stationen aufgebaut und Praxis-Workshops eingerichtet, an und in denen die Besucher Einblicke in die Berufsfelder des Ergotherapeuten, Physiotherapeuten oder Gesundheits- und Krankenpflegers bekamen.

An Info-Points gab es Wissenswertes über die Ausbildungen und Karrieremöglichkeiten. Professor Claudia Winkelmann von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Heidenheim stellte den Studiengang „Interprofessionale Gesundheitsversorgung“ vor. Die DHBW und das BKH sind hier Partner. Ehemalige Schüler wie Pia Zampietro (Physiotherapeutin bei der Bundeswehr in Laupheim) sowie Lena Kern (Physiotherapeutin in der Neurologie des BKH Günzburg) berichteten über ihr Berufsleben. „Ich erlebe täglich harte Schicksale. Doch ich sage mir immer: Die Menschen brauchen mich. Die Patienten sind für die Hilfe überaus dankbar“, schilderte Lena Kern ihre Arbeit unter anderem mit Schlaganfallpatienten.

Während in der Ergotherapieschule gezeigt wurde, wie Rollstuhlfahrer Hindernisse bewältigen und umfahren können, demonstrierten Krankenpflegeschüler mit einem Alterssimulationsanzug, wie beschwerlich Treppensteigen im Alter sein kann. Yasemin Nuray, Jessica Stelzenmüller und Sabrina Ortlieb beschäftigten sich an ihrem Stand mit gesunder Ernährung im Schichtdienst. Unterstützung bei der Organisation erhielten die Schulen durch zwei Eventkaufleute des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Günzburg, Lisa Drexelius und Andrea Grath.  Fazit von Schulleiter Erich Renner zur Premiere des Ausbildungstages: „Auch wenn wir an allen drei Schulen eine gute Bewerberlage haben, freuen wir uns über jeden weiteren qualifizierten Interessenten.“

Psychiatrie auf Augenhöhe mit Allgemeinkliniken

Im neuen Bezirkskrankenhaus in Kempten tagten die bayerischen Nervenärzte und die Direktoren der Fachkrankenhäuser für Psychiatrie im Freistaat.

Seit der Inbetriebnahme von Bayerns jüngstem und modernstem Bezirkskrankenhaus (BKH) in Kempten gehört die Stigmatisierung von Psychiatriepatienten bei der Wahl einer Klinik in Schwaben endgültig der Vergangenheit an.  Darauf verwies Vorstandsvorsitzender Thomas Düll beim Jahreskongress der bayerischen Nervenärzte in Kempten. Andreas Ruland, Geschäftsführer des Klinikverbundes Kempten-Oberallgäu, sprach von einer „extrem gelungenen“, reibungslosen Integration des neuen BKH beim Klinikum Kempten. Seit der Eröffnung vor einem halben Jahr nutzen am dortigen Gesundheitscampus alle Patienten und Mitarbeiter des Klinikums sowie des BKH einen gemeinsamen Eingang.

Düll betonte, dass mit Kempten nun alle schwäbischen Bezirkskrankenhäuser in eine Allgemeinklinik mit einem gemeinsamen Eingang integriert sind oder sich auf einem unmittelbar benachbarten Grundstück zu einer Allgemeinklinik befinden. Damit nehmen die Bezirkskliniken Schwaben als Gesundheitsunternehmen des Bezirks Schwaben ein bundesweites Alleinstellungsmerkmal ein. In Kempten ist gleichzeitig ein hochmodernes neuropsychiatrisches Kompetenzzentrum entstanden. Dieses umfasst die Bereiche Neurologie, Neuroradiologie und Neurochirurgie am Klinikum sowie Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am BKH.

Bei ihrem zweitägigen Kongress beschäftigten sich die bayerischen Nervenärzte mit dem Zusammenhang zwischen einem Kindheitstrauma  und Depressionen im Erwachsenenalter. Themen waren unter anderem auch Aggressivität und Gewalt von Patienten sowie die Therapie bei Schlaganfall, Multipler Sklerose, Epilepsie  und Tinnitus.

Eine Woche zuvor fand ebenfalls am BKH Kempten eine weitere wichtige, hochrangig besetzte Fachtagung statt. Die Ärztlichen Direktoren der Bayerischen Fachkrankenhäuser für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik hielten dort Anfang Oktober eine Konferenz ab.  Vorsitzender des Gremiums ist Professor Dr. Peter Brieger, Ärztlicher Direktor des BKH Kempten.

Teilnehmer beim Jahreskongress der bayerischen Nervenärzte in Kempten (von links): Prof. Dr. Peter Brieger (Chefarzt Bezirkskrankenhaus Kempten), Andreas Ruland (Geschäftsführer Klinikverbund Kempten-Oberallgäu), Prof. Dr. Rolf Kern (Chefarzt Klinik für Neurologie), Dr. Gunther Carl (Vorsitzender Berufsverband deutscher Nervenärzte), Thomas Düll (Vorstandsvorsitzender Bezirkskliniken Schwaben), Dr. Andreas Küthmann (Bezirkskrankenhaus Memmingen) und Prof. Dr. Tilman Steinert (ZfP Südwürttemberg). Foto: Cilia Schramm/Klinikverbund Kempten-Oberallgäu

Diana Damrau und das Bayerische Ärzteorchester verzaubern Publikum bei der Benefizgala des BKH Günzburg

„Überragend“ – „sensationell“ – „grandios“: Bei der Benefizgala zum 100. Geburtstag des Bezirkskrankenhauses (BKH) Günzburg flogen die Superlative nur so durch den Raum. Vor allem Diana Damrau, die vielleicht beste Sopranistin der Welt, riss bei ihrem Günzburger Heimspiel die mehr als 810 Besucher im Forum am Hofgarten förmlich von den Sitzen. Erst nach minutenlangem Applaus durfte der 44-jährige Opernstar von der Bühne und zusammen mit ihrem begeisterten Publikum in die Konzertpause. Aber auch das Bayerische Ärzteorchester überzeugte die Zuhörer mit einer eindrucksvollen Leistung: Die 44 Musiker unter der Leitung von Professor Reinhard Steinberg gemeinsam mit Diana Damrau – diese Kombination setzte beim Galaabend des BKH zwei Stunden lang  musikalische Glanzlichter. Ein kultureller Hochgenuss!

La Traviata und Lucia di Lammermoor in München, Perlenfischer am Theater an der Wien, Manon an der New Yorker Metropolitan Opera: Diana Damrau ist auf den Bühnen dieser Welt zuhause – und das seit 20 Jahren. Doch die zweifache Mutter ist keine Diva: Sie ist bodenständig geblieben: ein „Weltstar made in Günzburg“. So erklärte sie sich vor fünf Jahren auf Anfrage spontan bereit, bei der 100-Jahr-Feier des BKH Günzburg für einen guten Zweck aufzutreten. Beim Galaabend erfuhren die Zuhörer auch, wer die „geistigen Väter“ sind: Thomas Düll, Vorstandsvorsitzender der Bezirkskliniken Schwaben, hatte die Idee, und Professor Thomas Becker, Leitender Ärztlicher Direktor des BKH, knüpfte die Kontakte. Dass die Veranstaltung reibungslos verlief und für die Anwesenden unvergesslich bleiben wird, dafür sorgten die „Arbeitsgruppe Gala“ der Klinik unter Leitung von Pflegedirektor Georg Baur sowie das Team des Forum am Hofgarten.
Diana Damrau und das Bayerische Ärzteorchester (BÄO) verzauberten ihr Publikum mit Opernarien und Sinfonien von Wolfgang Amadeus Mozart. Beide traten übrigens zum Unkostenpreis auf, verzichteten also auf ihre Gage. Die Stadt Günzburg mit Oberbürgermeister Gerhard Jauernig an er Spitze vermietete dem Veranstalter das Forum zu deutlich günstigeren Konditionen, und Eder Event stellte das Catering der Künstler rund um die Aufführung kostenlos zur Verfügung. Das alles führte dazu, dass es einen weiteren Gewinner des Abend gab und gibt: das Programm FIPS am BKH, das Kinder von psychisch kranken Eltern unterstützt.  Das Team von FIPS um Familientherapeutin Susanne Kilian darf sich über einen Reinerlös von mindestens 15 000 Euro freuen, gab Vorstandsvorsitzender Düll bekannt.

Diana Damrau bewies trotz des Rummels um ihre Person einmal mehr, wie sympathisch und natürlich sie geblieben ist: Geduldig ließ sie sich hinter den Kulissen zusammen mit den Musikern des BÄO fotografieren, sie schrieb Autogramme und gab in der Konzertpause in ihrer Garderobe einem Fernsehteam von TV Augsburg ein Interview. Da der Auftritt in Günzburg auch für sie ein besonderer Anlass war, hatte die 44-Jährige extra jenes wunderschöne grüne Kleid ausgewählt, das sie bereits 2014 bei der Verleihung des „Echo Klassik“ in der Münchner Philharmonie am Gasteig getragen hatte. Nach dem Konzert saß sie – allen Anstrengungen und zahlreichen Verpflichtungen zum Trotz – mit ihren Eltern Rainer und Sybilla sowie Modeschöpferin Waltraud Wistuba aus dem benachbarten Rettenbach gemeinsam mit den Organisatoren und Ehrengästen noch bis weit nach Mitternacht beim Italiener „Cavallino“ in der Günzburger Innenstadt zusammen und zeigte ihren unverfälscht schwäbischen Charme. Eine wahre Königin der Nacht und ein wunderschönes Geburtstagsgeschenk für das Bezirkskrankenhaus!

Ende des Schweigens, Beginn einer neuen Gedenkkultur

Es war ein Tag der großen Gesten und Symbole. Zum Abschluss seiner Ansprache, die er anlässlich der Einweihung des Euthanasie-Denkmals am Bezirkskrankenhaus (BKH) Günzburg hielt, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bezirkskliniken Schwaben, Thomas Düll: „In diesem Sinne verneige ich mich heute vor den damaligen Opfern und schäme mich für die Taten meiner, ja für die Taten unserer Vor-Vorgänger.“ Dann senkte Düll in der Katholischen Kirche sein Haupt.  Zuvor hatten Vertreter von vier Religionen in der vollbesetzten Kirche gemeinsam Seite an Seite eine interreligiöse Andacht gefeiert: der katholische Pfarrer Dr. Hermann Wohlgschaft, die evangelische Pfarrerin Ulrike Berlin, Emin Ülker, Vorbeter der Islamischen Gemeinde Ditib Günzburg, sowie Anton Ludwig, Mitglied der Israelitischen Kultusgemeinde Augsburg. Als später im neu gestalteten Rosengarten neben dem neuen Mahnmal die neue Alba-Rose auf den Namen „In Memoriam“ („Im Gedenken“) getauft wurde, da begoss Franz Dutz, ein Bewohner von „Wohnen und Fördern“, die Blume mit echtem Donauwasser. An seiner Seite standen Professor Michael von Cranach, ehemaliger Ärztlicher Direktor des Bezirkskrankenhauses Kaufbeuren, und Rosenzüchterin Andrea Braun.    

Mit dem Mahnmal – das „Haus im Rosengarten“ – haben die Verantwortlichen der Bezirkskliniken Schwaben und des BKH Günzburg ein neues Zeitalter eingeläutet. Ein Zeitalter des Erinnerns,  Gedenkens und Mahnens im Sinne von „Nie wieder“ und „Wehret den Anfängen“.  Die Gedenkstätte im Eingangsbereich der Klinik ist ein Geschenk des Bezirkes Schwaben – der Mutter – an die Bezirkskliniken – ihrer Tochter - und speziell an das BKH Günzburg zu dessen 100. Geburtstag. Die Bewohner von Haus 50 gegenüber wollen sich um die Pflege kümmern.

Das Mahnmal ist ein offener Pavillon mit Glasdach, gestaltet in der ganz einfachen Form eines Hauses. Ein Haus, das den Hunderten von psychisch kranken und körperlich eingeschränkten Menschen während des Dritten Reiches in Günzburg keinen Schutz bot, der ihnen sogar verwehrt wurde. Im gläsernen Dach sind die Namen von 394 Patientinnen und Patienten der früheren Heil- und Pflegeanstalt festgehalten, die 1940 und 1941 in Tötungsanstalten deportiert und dort ermordet wurden. Mit der Nennung ihrer Namen würde man ihnen die Existenz und Würde wiedergeben, betonte von Cranach. Die Namen sind gegen den Himmel geschrieben – diese Gestaltung der Künstler Dr. Horst Hoheisel und Andreas Knitz  gefällt dem Vorstandsvorsitzenden Düll besonders gut. „Ein sehr innovatives, progressives Denkmal“, findet Knitz. „Und man stellt sich beim Blick in den Himmel die Frage: „Gibt es den da oben überhaupt?“, ergänzte Hoheisel.

Wohl mehr als 500 weitere Patienten sind nach 1941 in der Klinik selbst ums Leben gebracht worden – durch Hungerkost, mangelnde Pflege oder medizinische Versuche. Angaben zu den Todesumständen der auf dem Glasdach namentlich genannten Patienten sowie weiterer, mit großer Wahrscheinlichkeit ermordeter Opfer der Nazi-Barbarei sind in einem Gedenkbuch festgehalten. Vorstandsvorsitzender Düll übergab bei der Gedenkfeier zwei von insgesamt vier Exemplaren Professor Becker für das BKH Günzburg sowie Erich Resch für das Archiv des BKH Kaufbeuren. Die Bücher können dort auf Anfrage eingesehen werden.

Zum Mahnmal gehört auch der neu gestaltete Rosengarten. Diesen kannten die im Rahmen der Euthanasie ermordeten Patienten und haben in ihm Zeit verbracht. Bis in die 1970er-Jahre hat es den Garten an dieser Stelle gegeben. „Diese Erinnerung soll nicht nur in den Köpfen geschehen und kann auch nicht abgeschlossen sein, sondern sie muss dauerhaft gepflegt werden“, steht auf einer Informationstafel.  Bei der Pflege der Rosen, im Verweilen und Lesen der Namen wird an die Euthanasie-Opfer aus der Heil- und Pflegeanstalt Günzburg erinnert.  Die Rosenstöcke wurden in Tröge gepflanzt, bestehend aus jenem Stampfbeton, wie er überall in der Klinik verbaut worden ist. Die individuell geformten Behältnisse bieten den Rosen den Schutz, der den Patienten verweigert wurde.  Aktuell sind es 24 Pflanzkörper, „doch die Arbeit soll weitergetragen werden, zum Beispiel in Richtung Stadt“, wünschen sich die Künstler.

Züchterin Andrea Braun berichtete den ca. 100 Gästen, dass die Gedenkrose „In Memoriam“ je nach Standort und Schnitt bis zu 1,50 Meter hoch werden kann und mehrmals im Jahr blüht. Die Pflanze dufte etwas herb und blühe cremefarben bis weiß, so Braun.
Die Einweihung fand auf den Tag genau 75 Jahre nach dem ersten Transport von Patienten aus Günzburg in eines der Vernichtungslager statt. „Am 5. Juli lässt sich für das BKH Günzburg konkret wie symbolisch sein schwärzestes Kapitel festmachen“, sagte Düll. An diesem Tag solle deshalb künftig jedes Jahr ein feierliches Gedenken stattfinden.

Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, zugleich Verwaltungsratsvorsitzender der Bezirkskliniken Schwaben,  dankte Düll und dem Ärztlichen Direktor des BKH, Professor Thomas Becker, dass sie die Erinnerungskultur in die 100-Jahr-Feierlichkeiten einbezogen haben. Die Gedenkstätte solle allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bezirkskliniken Mahnung für ihre tägliche Arbeit sein „wenn sie mit den Patienten auf Augenhöhe treten“, so Reichert. Gernot Römer, ehemaliger Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen, schilderte das Schicksal eines zehnjährigen jüdischen Buben, der von Ursberg aus in ein Vernichtungslager gebracht und ermordet wurde. „Nicht nur Erwachsene mussten sterben, sondern auch Kinder und Jugendliche“, sagte er. Makaber: Mit der Todesnachricht verschickten die Nazis 1941 auch die Rechnung für die Aufenthaltskosten des Jungen. 

Pfarrerin Berlin sagte zu Beginn der Andacht, dass alle Anwesenden der Wunsch verbinde, an die Menschen zu denken, die verraten und verlassen worden sind. „Ihre Namen wurden allzu lange vergessen. Bei Gott im Himmel waren sie alle aufgeschrieben.“  Pfarrer Wohlgschaft unterstrich: „Wir finden uns nicht ab mit dem Unrecht, sondern setzen uns ein für eine bessere Gegenwart und menschliche Zukunft.“  Von Cranach dankte insbesondere dem verstorbenen Bezirkstagspräsidenten Dr. Georg Simnacher. Dieser habe mit Nachdruck darauf gedrängt, den offenen Fragen nachzugehen und die Geschichte aufzuarbeiten. Musikalisch umrahmt wurde die Andacht von Marlies Fock (Orgel), Miriam Ruf (Harfe) und Andreas Schmalhofer (Cello). 

Dunkelstes Kapitel der Psychiatriegeschichte

Kranke und behinderte Menschen gehörten zu den Verfolgten des Nationalsozialismus. Sie galten als Belastung für die deutsche „Volksgemeinschaft“. Bis zu 400 000 Menschen wurden ab 1934 gegen ihren Willen sterilisiert, mehr als 200 000 Menschen in Heil- und Pflegeanstalten ermordet. Auch in Günzburg wurden während der NS-Zeit 394 Patienten des Bezirkskrankenhauses (BKH) abtransportiert und in den eigens eingerichteten Tötungsanstalten umgebracht. Die Zahl der durch Hungerkost, medizinischer Versuche und mittels Medikamenteninjektionen Getöteten - im BKH und später nach der Verlegung in Kaufbeuren und Irsee - geht in die Hunderte.

Eine Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) beschäftigt sich mit diesen Verbrechen, die inmitten der deutschen Gesellschaft begangen wurden, aber auch mit der nach 1945 lange ausgebliebenen Auseinandersetzung mit dem Thema. Ihr Titel: „erfasst, verfolgt, vernichtet“. Schirmherr ist Bundespräsident Joachim Gauck. Die öffentliche Schau ist noch bis 28. Juli im Festsaal des BKH zu sehen. Vor wenigen Tagen wurde sie eröffnet. 

Die deutsch- und englischsprachige Wanderausstellung ist in Kooperation mit den Stiftungen „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ und „Topographie des Terrors“ entstanden. „Sie war im Mai im japanischen Osaka zu sehen und im Juni in kanadischen Toronto. National geht sie anschließend nach Aachen, Naumburg, Mainz und dann ins neue NS-Dokumentationszentrum nach München“, berichtete Professor Frank Schneider aus Aachen, der an der Gestaltung aktiv mitgewirkt hat. Die Schau richtet sich gezielt an ein breites Publikum. „In Günzburg haben sich bereits eine Reihe von Schulklassen angemeldet“, sagte der Leitende Ärztliche Direktor Professor Thomas Becker erfreut.

Die Stationen beschäftigen sich mit den gedanklichen und institutionellen Voraussetzungen der Morde, fassen das Unrecht und die Verbrechen zusammen und setzen sich mit Opfern, Täter, Tatbeteiligten und Opponenten (Argumentationsgegnern) auseinander. Außerdem wird der Umgang mit dem Geschehen von 1945 bis heute beleuchtet. Exemplarische Biografien ziehen sich durch die gesamte Ausstellung. „In den Akten der Opfer werden die vielen verschiedenen Akteure fassbar, die an den Verbrecher beteiligt waren“, sagte Professor Schäfer. Den Schlusspunkt bilden Videointerviews auf Monitoren.

Den Titel „erfasst, verfolgt, vernichtet“ wollte Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert um die Wörter „Erinnerung. Ermahnung. Ansporn“ ergänzen. Erinnerung: „Opfer waren die Schwachen und Wehrlosen – Menschen,  die sich in Einrichtungen, Heimen und Krankenhäusern in der Obhut öffentlicher Fürsorge wähnten, die sich Behandlung und Heilung erhofften und den Tod fanden“, so Reichert. Ermahnung: Es gelte, das menschliche Leben zu achten und zu respektieren - unabhängig davon, ob jemand gesund, krank, schwach, behindert oder alt ist. Ansporn: „Es ist ein wichtiges Signal, dass das BKH Günzburg im Rahmen seiner Feiern zum 100-jährigen Bestehen diesen Tiefpunkt der Medizin und im Umgang mit psychisch kranken Menschen nicht vergisst“, meinte der Bezirkstagspräsident.
Margarete Blank vom Bayerischen Landesverband Psychiatrie-Erfahrener gratulierte den Machern der Ausstellung, wenn auch die Entscheidung dazu reichlich spät komme. Auch nach 1945 habe es Psychiatrie-Tote gegeben. Blank wünscht sich „ehrliche Begegnungen in Freiheit“. Sie sagte: „Wer das Gedenken nicht für die Gegenwart nutzt, kann sein Gewissen nicht entlasten.“

Karl Heinz Möhrmann, Vorsitzender des Landesverbandes Bayern der Angehörigen psychisch Kranker, berichtete, dass er nicht nur einen großen Verband mit 2300 Mitgliedern vertrete, sondern auch eine Frau habe, die seelisch krank sei. „Wäre meine Frau 25 Jahre früher geboren, hätte sie das Deutsche Reich wahrscheinlich nicht überlebt“, sagte er. Jedes Leben sei ein einmaliges Geschenk. Und niemand habe das Recht, dieses Geschenk wegzunehmen, so Möhrmann.

Ärztlicher Direktor Professor Becker erinnerte an das „dunkelste Kapitel der deutschen Psychiatriegeschichte“. Psychiater seien maßgeblich an der Zwangssterilisierung von psychisch kranken Menschen beteiligt gewesen. Außerdem war die Heil- und Pflegeanstalt Günzburg an der „Aktion-T4“ als sogenannte Zwischenanstalt beteiligt. „Bekannt ist, dass in der Anstalt Günzburg zwischen 1939 und 1943 insgesamt 463 Patienten starben. Für die Jahre 1944/45 sind keine Zahlen überliefert“, so Becker. Nicht alle Schicksale hätten geklärt werden können. „So bleibt ein Rest an Unsicherheit und die empfundene hohe Wahrscheinlichkeit, dass es weitere Euthanasie-Opfer gibt.“

Info: Die Ausstellung „erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“ ist noch bis 28. Juli im Festsaal des Bezirkskrankenhauses Günzburg, Ludwig-Heilmeyer-Straße 2, zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14 bis 17 Uhr, Samstag 14 bis 15.30 Uhr sowie nach Absprache. Der Besuch ist kostenlos.

4000 Besucher beim Tag der offenen Tür: Zehn Punkte von zehn für das BKH-Team

Der Günzburger Oberbürgermeister Gerhard Jauernig war voll des Lobes. „Das Informationsangebot ist überwältigend. Ich bin über die Vielfalt und Qualität der Präsentationen beeindruckt. Für den Veranstalter zehn Punkte von zehn“, sagte er am Sonntagnachmittag nach einem mehrstündigen Rundgang mit seiner Frau Bettina über das weitläufige Parkgelände des Bezirkskrankenhauses (BKH). Der Tag der offenen Tür anlässlich des 100. Geburtstags der Klinik war ein großer Erfolg. Dafür sorgten zum einen die vielen Teams mit ihrem engagierten, professionellen Auftritt bei Vorträgen, Führungen, Workshops und Aktionen. Zum anderen aber auch die Beschäftigten aller Berufsgruppen im Hintergrund, die weiter die Patienten betreuten und sich darum kümmerten, dass bei aller Feierlaune der normale Klinikbetrieb reibungslos weiterlief.

Die hübschen Damen an den Infopoints, die die Gäste an den Eingängen begrüßten und mit Informationsmaterial versorgten, hatten Strichlisten geführt. Die Krankenhausleitung um Prof. Thomas Becker, Georg Baur und Gerhard Kramer zählte am späten Nachmittag zusammen und verkündete dann das tolle Ergebnis: Etwa 4000 Besucher waren zum Tag der offenen Tür gekommen. „Eine enorme Zahl – mehr als wir erwarten durften“, resümierte Vorstandsvorsitzender Thomas Düll.  Die lange Vorbereitungszeit und der große organisatorische Aufwand hatten sich gelohnt.

Ob Kirchenführung, die OP-Simulation in der Neurochirurgie, der Schlaganfallrisiko-Test in der Neurologie, die Führungen durch psychiatrische Stationen oder die Therapiehunde Spike und Joy bei „Wohnen und Fördern“: Das breitgefächerte Angebot kam an. Die Vorträge im Hörsaal, wo je 160 Plätze zur Verfügung standen, waren größtenteils so gefragt, dass die Türen geschlossen werden mussten. Hochinteressant waren auch die Führungen durch das Dienstleistungs- und Logistikzentrum (DLZ). Hier erfuhren die Interessenten, dass die Küche bis zu 1200 Mittagessen pro Tag herstellt, die Wäscherei täglich 5,5 bis sechs Tonnen Wäsche verarbeitet und die Apotheke über 214 Lieferanten und 2100 Einzelpräparate verfügt.

Viele Beschäftigte nahmen ihre Familie mit und zeigten, wo Mama oder Papa arbeitet. Auch zahlreiche Kolleginnen und Kollegen anderer Standorte der Bezirkskliniken Schwaben schauten sich in Günzburg um. Kaum jemand hatte allerdings eine so weite Anreise wie Petra Odenwald, die 22 Jahre im Patientenmanagement tätig war. Sie war mit ihrer 20 Monate alten Tochter Lara extra aus Tunesien gekommen.    

Mitarbeiterfest nicht nur dank Tobi eine runde Sache

Als Tobi van Deisner auf der Bühne in einem knallroten Riesenballon verschwand, nur noch seine Hände zu sehen waren und er dann in dem Ballon meterhoch rauf- und runterhüpfte, da brüllte der Saal. Nicht nur deswegen war das Mitarbeiterfest zum 100-jährigen Bestehen des BKH Günzburg eine runde Sache. Mehr als 700 Anwesende erlebten den Europameister und Weltrekordhalter Tobi van Deisner hautnah. Er war der Überraschungsgast des Abends. Der gebürtige Offinger, der in Augsburg lebt, zählt zu den besten Ballonkünstlern in Europa. Sein Schwerpunkt sind Ballon-Comedy-Shows, für welche er weltweit engagiert wird.
Beim Mitarbeiterfest in Günzburg zeigte er sein Können. So mancher „Freiwilliger“, wie zum Beispiel Heike Häfele (Gerontopsychiatrie) und Ludwig Pfeiffer (ATZ), mussten allerlei Schabernack über sich ergehen lassen. Aber alle machten prima mit. Gemeinsam mitTobi brachten sie das Festzelt zum Kochen.

Es war ein schönes, harmonisches, gelungenes Mitarbeiterfest. Unter den Gästen waren auch viele Ehemalige. Es kam ein spürbares „Wir-Gefühl“ auf. „Endlich mal wieder das ganze BKH vereint“, meinte ein Beschäftigter. Die Leitungsebene des BKH Günzburg, Leitender Ärztlicher Direktor Prof. Thomas Becker, Pflegedirektor Georg Baur, Regionalleiter Gerhard Kramer, Geschäftsleiter Gerhard Becker (Wohnen und Fördern) sowie Wilhelm Wilhelm, Leiter des Dienstleistungs- und Logistikzentrums (DLZ), bedankten sich unisono beim Vorstandsvorsitzenden der Bezirkskliniken Schwaben, Thomas Düll, und seinem Stellvertreter Winfried Eberhardinger dafür, dass sie dieses Fest ermöglichten.

Im gepflegten, hellen Festzelt gab es Ochs am Spieß und Spätzlepfanne, dazu leckere Nachspeise im Glas. Die Firma Geydan-Gnamm aus Neu-Ulm sorgte für perfektes Catering und schnelle Bedienung, übrigens auch beim Tag der offenen Tür am Sonntag.  Die Musikapelle Reisensburg spielte in großer Besetzung auf.  Am Sonntag standen die „Egerländer Schwaben“ und zweimal die Tanzgruppe „Spice“ auf der Bühne.

Susanne Jarisch, die Leiterin der Patientenbühne, brachte am Freitagabend Stimmung in die Runde, als sie vom Ablauf eines internen Parkplatzwettbewerbes berichtete. Die Siegerin Sonja Brost erhielt vier Pflöcke, ein Absperrband und – stillschweigend – die Zustimmung vom stellvertretenden Regionalleiter und Chef der Werkfeuerwehr, Manfred Czekalla, für einen „Spezialstellplatz ihrer Wahl“.

Bei aller Feierlaune wollte der Vorstand diejenigen nicht vergessen, die gerne gekommen wären, aber an jenem Abend arbeiten mussten. „Wir bedanken uns bei allen, die heute Dienst tun“, sagte Düll. Eine Klinik wie das BKH Günzburg läuft eben immer weiter – 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Und das seit 100 Jahren.  

210 Mitarbeiter, 87 Patienten: Das BKH Kempten ist umgezogen

Das Licht ist aus, die Türen sind geschlossen. Die Ära Freudental ist beendet. Seit Donnerstag, 16. April, ist das Bezirkskrankenhaus Kempten an der Robert-Weixler-Straße 46 beheimatet. 34 Millionen Euro hat der Neubau direkt am Klinikum gekostet. Der Umzug dorthin war für die 210 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für die Techniker und Fachfirmen ein Kraftakt.

Pflegedirektorin Beatrix Pfirschke, ärztlicher Direktor Professor Dr. Peter Brieger, der technische Betriebsleiter der Regionalleitung Süd, Helmut Notz, und ihr Team hatten den Umzug generalstabsmäßig vorbereitet. Es lief alles sehr gut. Etwa 1200 Umzugskartons, 100 PC, Pflanzen, Kleinmobiliar, aber auch zehn Niedrigbetten für Alterspatienten und vieles andere mehr mussten vom ehemaligen Matthias-Claudius-Haus, das aus den 60er Jahren stammt, in den Neubau des Fachkrankenhauses für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik transportiert werden. Das geschah insbesondere am Dienstag und Mittwoch mit Lastwagen. Die 87 Patienten folgten am Donnerstag mit dem Bus.  „Es hat alles sehr gut geklappt. Die Beschäftigten haben perfekt mitgemacht, die Patienten haben es erstaunlich ruhig überstanden. Keiner hat sich beklagt“, resümierte Klinikchef Brieger.

In den ersten Tagen nach dem Umzug mussten noch einige „Kinderkrankheiten“ beseitigt und Kleinigkeiten erledigt werden. Dann lief alles. Inzwischen werden im Neubau 120 Menschen stationär und 35 in der Tagesklinik behandelt. Die Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) rundet das Angebot ab. Im Neubau, der mit 9500 Quadratmetern fast doppelt so groß ist wie das alte BKH, sind auch ein Therapiezentrum und eine Privatstation entstanden. Beschäftigte und Patienten finden am neuen Standort sonnendurchflutete, helle Räume statt Neonlicht sowie breite Gänge statt schmaler Flure vor. Der Blick auf die Allgäuer Berge ist atemberaubend.

Am Ende der Umzugswoche nahmen die Mitarbeiter bei einem internen Fest Abschied von den alten Räumen im Freudental. Das ehemalige Kinder- und Jugendhaus, in dem 29 Jahre lang psychisch Kranke und Suchtpatienten aus Kempten und dem Oberallgäu behandelt worden waren, wird künftig als Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber genutzt.











Ärztlicher Direktor Prof. Peter Brieger räumt sein Büro aus
Ärztlicher Direktor Prof. Peter Brieger verlässt den alten Standort



Unternehmensleitung als Kunstgalerie

Im Gebäude der Unternehmensleitung der Bezirkskliniken Schwaben werden Werke aus den Kunst- und Ergotherapien der einzelnen Häuser gezeigt. Mitte April 2015 wurde die Dauerausstellung eröffnet.

In der Unternehmensleitung der Bezirkskliniken Schwaben sitzen der Vorstand sowie die drei Spitzen der Service Center Finanzen, Personal und Patientenmanagement mit ihren Mitarbeitern. Das Gebäude an der Dr.-Mack-Straße 4 in Augsburg hat sich in den vergangenen Jahren quasi zu einem Kunstraum, zu einer Art Galerie verwandelt. Nicht zufällig, sondern ganz bewusst. „Ich hatte spontan die Idee dazu, als das Haus vor einigen Jahren eine neue Fassade bekam“, berichtete Vorstandsvorsitzender Thomas Düll. Der Stammsitz der Bezirkskliniken mit seinen langen Gängen sieht aus wie eine Galerie. Die hohen Wände, so die Vorstellung des Vorstandsvorsitzenden, sollten Bilder aus den eigenen Einrichtungen aufnehmen.

Vier Jahre hat es gedauert, bis all die Kunst zusammengetragen und die Auftragsarbeiten realisiert worden waren. Inzwischen schmücken mehrere Dutzend äußerst interessante, zum Teil beeindruckende Werke aus den Kunst- und Ergotherapien der Bezirkskliniken Schwaben die Unternehmensleitung. Dass alles am richtigen Platz ist, darum kümmerte sich Ursula Nerlinger (Büro des Vorstands). Sie hat mit großem Engagement alle Beteiligten betreut. Fachlich unterstützt wurde sie von Monika M. Schultes, Bildende Künstlerin und seit 15 Jahren Kunsttherapeutin am Bezirkskrankenhaus Augsburg. Die Mitarbeiter der Haustechnik des BKH sorgten mit handwerklichem Geschick dafür, dass die Arbeiten richtig hängen und schön beleuchtet sind.

Um die Werke einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren, initiierten Düll, Nerlinger und Schultes eine offizielle Vernissage der Dauerausstellung. Titel: „Kunst entsteht und wird gelebt“. Etwa 70 Gäste nahmen daran teil. „Die Dauerausstellung zeigt die besondere Wertschätzung, die die Unternehmensleitung der Kunst- und Ergotherapie – den von Patientinnen und Patienten gestalteten Werken – zuteilwerden lässt“, sagte Kunsttherapeutin Monika Schultes. 

Vorstandsvorsitzender Düll dankte den Therapeuten. Sie hätten die Fähigkeiten und Potenziale geweckt, die in jedem Menschen im Verborgenen innewohnen. Er dankte vor allem den Künstlern für ihre Offenheit, mit denen sie die Werke und ihre Namen präsentieren. Diese Dauerausstellung am Unternehmenssitz der Bezirkskliniken, so Düll, sei ein Beitrag zur Entstigmatisierung und eine Wertschätzung von psychisch kranken Menschen. 
Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert war begeistert. „Als Verwaltungsratsvorsitzender der Bezirkskliniken Schwaben freue ich mich über den hohen Stellenwert, den die Kunst- und Ergotherapie an unseren Bezirkskrankenhäusern genießt. Vor allem aber begrüße ich, dass wir mit den Werken immer wieder an die Öffentlichkeit gehen und damit auch die Menschen, die hinter den Kunstwerken stehen, in den Mittelpunkt rücken“, sagte er. Dass künftig das Gebäude der Unternehmensleitung der Bezirkskliniken als Kunstraum für eine Dauerausstellung genutzt wird, zeige, „welchen wichtigen Stellenwert diese Therapieformen in unserem Tun und Handeln einnehmen“.

Monika Schultes stellte eine Reihe von Patientenarbeiten im Detail vor. Sie zeigten die enorme künstlerische Bandbreite der Kunst- und Ergotherapien. Die Bilder und Objekte zeigten die große Ausdruckskraft der Künstler. Sie seien aber auch immer auf der Suche nach Selbsterkenntnis und ein Heilungsversuch gegen den drohenden Identitätsverlust so die Kunsttherapeutin.  Schultes dankte im Namen der Patienten und Therapeuten Vorstandsvorsitzendem Düll dafür, dass die Arbeiten einen guten Platz gefunden haben. Sie dankte auch den Ärztlichen Direktoren und Vorgesetzten der verschiedenen Häuser, dass sie das Projekt unterstützt haben.

Hinweis: Die Dauerausstellung von Werken aus den Kunst- und Ergotherapien der Bezirkskliniken Schwaben in der Unternehmensleitung, Dr.-Mack-Straße 4, in Augsburg kann zu den Bürozeiten besichtigt werden. Anmeldung unter Telefon 0821 4803-2701.

Bilder, Bilder, Bilder von der neuen Psychiatrie in Donauwörth

Die Bezirkskliniken Schwaben haben an der Donau-Ries Klinik in Donauwörth in den vergangenen knapp zwei Jahren die Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie modernisiert und ausgebaut. Die Psychiatrie zählt nun 40 stationäre Behandlungsplätze, doppelt so viele wie vorher. Hinzu kommen 16 Plätze in der Tagesklinik  sowie acht Plätze im Home Treatment, ein spezielles Behandlungsangebot für Zuhause. Die Psychiatrische Institutsambulanz, die pro Quartal etwa 800 Patienten ambulant versorgt, rundet das Angebot ab. Es macht individuell abgestimmte Behandlungskonzepte möglich.

Wir zeigen hier eine Reihe von Bildern von der Einweihungsfeier mit der bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml. Den anschließenden Tag der offenen Tür nutzten mehrere hundert Besucher dazu, um sich in der neu gestalteten psychiatrischen Abteilung umzusehen. 

1500 Besucher beim Tag der offenen Tür im neuen BKH Kempten

Auf großes Interesse ist der Tag der offenen Tür im neuen Bezirkskrankenhaus (BKH) Kempten gestoßen. Etwa 1500 Besucher nutzten die Gelegenheit, hinter die Kulissen der Fachklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik an der Robert-Weixler-Straße zu blicken. Hier werden ab Mitte April Menschen mit psychischen Krankheiten und Suchtpatienten ambulant, stationär oder in der Tagesklinik behandelt. Der alte Standort im Freudental gehört dann der Vergangenheit an. 

Bei Rundgängen schauten die Besucher sich im neuen Gebäude, das 34 Millionen Euro gekostet hat, um. Die Räume sind groß, hell und freundlich geworden. Das Besondere: Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf die Berge. Mitarbeiter aller Berufsgruppen und Abteilungen präsentieren das Leistungsspektrum des BKH, hielten Fachvorträge und  informierten über die enge Zusammenarbeit mit dem unmittelbar angrenzenden Klinikum.  Besucher konnten sich aktiv an einem Gedächtnistraining beteiligen, sich selbst anhand ihres Spiegelbildes zeichnen und in der Mehrzweckhalle ihre sportlichen Fähigkeiten testen. Außerdem wurden Filme gezeigt und ungewöhnliche Musikinstrumente vorgeführt.
Wir zeigen hier eine Auswahl an Bildern sowohl von der Einweihungsfeier als auch vom Tag der offenen Tür im neuen BKH Kempten.

25 Jahre BKH Augsburg: Drei Feiern und eine Hochzeitstorte

Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Dieses Sprichwort haben sich die Verantwortlichen des Bezirkskrankenhauses (BKH) Augsburg zu eigen gemacht. So wurde das 25-jährige Bestehen der Klinik mit drei größeren Veranstaltungen binnen einer Woche gefeiert: mit einem Informationstag für die Öffentlichkeit, mit einem Festakt für geladene Gäste und mit einem internen Mitarbeiterfest. Fazit: Alle drei Veranstaltungen waren nicht nur gut besucht, sondern verliefen auch bestens ab, weil alles perfekt organisiert worden war.
Zum Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten kamen etwa 150 Besucher zum öffentlichen Infotag, bei dem Diagnostik und Behandlung psychischer Erkrankungen im Mittelpunkt standen. Bis in den Nachmittag hinein hielten Fachärzte und Pflegekräfte interessante Vorträge unter anderem über Demenz, bipolare Erkrankungen, die psychiatrische Pflege und Suchtstoffe in der heutigen Zeit.
Sehr feierlich und niveauvoll verlief der dreistündige Festakt ein paar Tage später.  Vorstandsvorsitzender Thomas Düll, auf den Tag genau 17 Jahre mit der Leitung der Bezirkskliniken Schwaben betraut, begrüßte eine Reihe prominenter Gäste und führte als Moderator gekonnt durch den Vormittag. Der Chor der angegliederten Logopädieschule unter der Leitung von Manuel Wiencke sorgte für musikalische Glanzpunkte.
Ärztlicher Direktor Professor Dr. Max Schmauß blickte aus eigenem Erleben auf das vergangene Vierteljahrhundert zurück. Schmauß ist wie 31 Mitarbeiter ein Mann der ersten Stunde. Stellvertretend überreichte er Ergotherapeutin Angelika Höß einen Blumenstrauß und eine Urkunde für 25-jährige Betriebszugehörigkeit. 
Bereits im Dezember 1970 hatte der Bezirkstag von Schwaben die Errichtung einer Psychiatrischen Klinik in unmittelbarer Nachbarschaft zum Augsburger Zentralklinikum beschlossen, berichtete Schmauß.  Im Oktober 1989 konnte dann der erste Bauabschnitt mit 80 Betten und einer kleinen Institutsambulanz in Betrieb gehen. Der Fall der Mauer und die deutsche Wiedervereinigung führten indirekt dazu, dass der zweite Bauabschnitt sich um mehr als drei Jahre verzögerte. Erst im Herbst 1995 ging er in Betrieb. Nach zwei weiteren Bauabschnitten umfasst das BKH Augsburg heute zwar 260 Betten, platzt aber aus allen Nähten. Angesichts der chronischen Überbelegung ist eine Erweiterung um weitere 66 Betten auf drei Stationen geplant, kündigte Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, zugleich Verwaltungsratsvorsitzender der Bezirkskliniken Schwaben, an. Baukosten: fast 14 Millionen Euro. Anfang 2015 soll Spatenstich sein. Mit 326 Betten werde das BKH dann das zweitgrößte Krankenhaus im Großraum Augsburg sein, so Reichert. 
Chefarzt Schmauß betonte, dass die Institutsambulanz am BKH Augsburg schon jetzt eine der größten in Bayern sei. An die 12000 Patienten mit seelischen Problemen werden dort jährlich behandelt.  2013 versorgte das BKH mit seinen fünf spezialisierten Ambulanzen und 32 Tagklinikplätzen darüber hinaus knapp 5000 Patienten stationär oder teilstationär. Einzugsgebiet sind die Stadt Augsburg sowie Teile der Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg.
Im Oktober 2000 ging die Drogenklinik in Betrieb. Sie umfasst eine Station mit 20 Betten, zwölf tagesklinischen Behandlungsplätzen und einer speziellen Institutsambulanz. Im Juni 2006 wurde das BKH zum Akademischen Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) ernannt. Und seit 2007 wird hier die Augsburger Kindersprechstunde in Kooperation mit der St.-Gregor-Jugendhilfe angeboten. 
Sowohl Regierungspräsident Karl-Michael Scheufele als auch Oberbürgermeister Kurt Gribl betonten die Bedeutung der Klinik für die Region und würdigten die Arbeit der 500 Mitarbeiter. Pflegedirektor Georg Oppermann, zugleich stellvertretender Vorsitzender der  Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie, berichtete über das spezifische Tätigkeitsfeld der 260 Beschäftigten im Pflegedienst am BKH Augsburg. Eine der Aufgaben dabei sei es, den Patienten bei Hausbesuchen den Übergang von der Klinik in den Alltag zu vermitteln.  
Abschließende Höhepunkte waren die beiden Festvorträge von Prof. Dr. Peter Falkai und Prof. Dr. Dietrich Engelhardt. Sie beleuchteten Psychologie und Psychiatrie sowohl medizinisch als auch deren Darstellung in Kunst und Literatur. Vorstandsvorsitzender Düll bezeichnete Falkai als einen der bedeutendsten deutschsprachigen Vertreter im Bereich der Psychiatrie und psychiatrischen Forschung. Der Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der LMU München ist Past President der Fachgesellschaft DGPPN mit inzwischen 7500 Mitgliedern – genauso wie Prof. Schmauß.
„Die Psychiatrie schafft sich keine Patienten, die Patienten brauchen Behandlung“, sagte Falkai. Therapeuten würden gebraucht, Behandlungsmöglichkeiten und ihre Qualität nähmen zu. Laut Falkai waren die Forschungsmöglichkeiten in der Psychiatrie noch nie so gut wie heute. Engelhardt zitierte den Philosophen Schelling, der Verstand als „geregelten Wahnsinn“ bezeichnete. „Der Psychiater als Arzt, Forscher und Lehrer – ist das Sisyphusarbeit?“, fragte er seine Zuhörer. Sein Schlusssatz lautete: „Wir sollten uns Psychiater auch als glückliche Menschen vorstellen können - nicht nur am heutigen Tag.“
Nach so viel Offiziellem war tags darauf beim Mitarbeiterfest entspannt-lockeres Feiern bei gutem Essen und flotter Musik aus den 80ern angesagt. „Sehr viele Leute waren da. Ich glaube, dass die Veranstaltung gut angekommen ist“, zog Regionalleiter Thorsten Schreiner eine erfreuliche Bilanz. Das Team um Angelika Walitza und die Truppe von Werner Kuchenbaur hatten auch an diesem Abend alles bestens vorbereitet. Ein DJ war engagiert,  die Mehrzweckhalle im 80er-Jahre-Stil dekoriert worden. Dass der fünfstöckige Geburtstagskuchen eher einer Hochzeitstorte ähnelte, störte niemand. So mancher Mitarbeiter „trainierte“ die überflüssigen Kalorien gleich auf der Tanzfläche wieder ab, andere machten die Nacht zum Tage. Schließlich feiert man nicht jeden Tag so einen bedeutenden Geburtstag. 

Tag der offenen Tür am BKH Kaufbeuren ist ein voller Erfolg

„Machen Sie sich ein Bild von uns!“: Unter dieses Motto hatte das Bezirkskrankenhaus (BKH) Kaufbeuren seinen Tag der offenen Tür gestellt. Mehr als 700 Besucher nutzten die Gelegenheit und nahmen das BKH beim Wort. Einen ganzen Samstag lang herrschte auf dem Klinikgelände an der Kemnater Straße ein reges Kommen und Gehen. Übrigens auch in der und um die Forensische Klinik: Dort fanden Führungen durch eine geschlossene Abteilung statt, und der sonst nicht zugängliche C-Garten war geöffnet. Hier spielte eine Rockband.
„Wir freuen uns sehr über die große Resonanz. Das war weit mehr als wir erwartet haben“, zog der Ärztliche Direktor Dr. Albert Putzhammer ein erfreuliches Fazit. Auffallend viele junge Menschen kamen zum Tag der offenen Tür des BKH Kaufbeuren, dem zweiten nach 2011. Im Festsaal hatten die Organisatoren zahlreiche Infostände aufgebaut und Aktionen vorbereitet. So durften die Gäste ausprobieren, wie es sich anfühlt, mit einer sogenannten Promillebrille vor den Augen, die nur eine verschwommene Sichtweise zulässt, einen Flaschenparcours zu absolvieren.  Danach konnte man in ein Bällebad „abtauchen“ oder sich bei einer Aromaöl-Handmassage verwöhnen lassen.
Die Führungen durch die Abteilungen der Klinik waren durchwegs gut bis sehr gut besucht. Um bei den zwölf Vorträgen in der Allgäu Akademie dem Besucheransturm Herr zu werden, mussten zusätzliche Stühle in die Seminarräume gebracht werden.  „Unser Ziel war es, sachliche Informationen zu geben und die ganze Bandbreite unseres Spektrums zu zeigen. Ich denke, das ist sehr gut gelungen“, meinte Dr. Putzhammer erfreut.
Das BKH Kaufbeuren hat die Aufgabe, Menschen mit schweren, chronischen Erkrankungen, in akuter seelischer Not oder in ganz alltäglichen Lebenskrisen zu helfen. Pro Jahr sind es fast 21 000 Menschen, die hier ambulant, teilstationär und stationär versorgt werden. Die knapp 900 Mitarbeiter, so der Ärztliche Direktor, tun das - manchmal unter schwierigen Bedingungen – jeden Tag mit großem Engagement, qualifiziert und mit viel Herz. Wie sehr sie sich mit ihrer Tätigkeit und der Klinik identifizieren, bewiesen die Akteure beim Tag der offenen Tür. Die zahlreichen Besucher waren vom bunten Angebot und der offenen, herzlichen Art der Mitarbeiter angetan. Bei den Gästen und  Mitwirkenden herrschte eine sehr gute, angenehme Stimmung.  Auf diese Weise habe man das Motto „mehr Nähe“ der Bezirkskliniken Schwaben, zu dem das BKH gehört, vorgelebt, sagte Dr. Putzhammer. Der Ärztliche Direktor zollte dem Organisationsteam um Pflegedirektor Harald Keller Dank für die umfangreiche Vorbereitung.